Kurze Bauzeit für Stabs- und Lehrsaalgebäude
Artikel aus Fachzeitschrift Bauen Wohnen Freizeit, Ausgabe März/April/Mai 2010.
In Delitzsch sind der Stab der Unteroffizierschule des Heeres und die Lehrgruppe A mit 550 Lehrgangsteilnehmern untergebracht. Die Zustationierung der Lehrgruppe C aus Weiden (Oberpfalz) am Standort Delitzsch mit 450 Unteroffizieren erforderte eine Erweiterung der vorhandenen Ausbildungs- und Unterkunftskapazitäten. Ein neues, dreigeschossiges Stabs- und Lehrsaalgebäude, mit einer Grundfläche von ca. 2.000 Quadratmetern, bietet unter anderem 17 Klassenräumen, einer großen Fachbibliothek mit Lesesaal und einer Aula Platz. Der Neubau fügt sich in seiner Größe, Struktur und Gestaltung in die umgebenden Bauwerksstrukturen ein und stellt gleichzeitig mit seiner klaren Formensprache und leicht heraustretendenen äußeren Farbgebung einen wirksamen Abschluss der Bebauung dar. Den Auftakt zum Stabs- und Lehrsaalgebäude bildet ein gestalteter Vorplatz und ein verglaster Eingang. Vom Foyer gelangt man über eine kurze Treppenanlage, die den zentralen Aufzug umschließt, hinunter zur tiefer liegenden Aula, einem lichtdurchfluteten und flexibel nutzbaren Multifunktionsraum. Seitlich vom Foyer befindet sich die Bibliothek. Der Zugang zu den Lehrbereichen in den Obergeschossen ist über den Aufzug oder das zentral angeordnete Haupttreppenhaus möglich. Zusätzlich befindet sich jeweils am Ende der beiden Seitenflügel ein Nebentreppenhaus. Durch die kompakte zweihüftige Bauweise des Gebäudes sind die Fenster in alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Das extensiv begrünte Auladach stellt nicht nur optisch eine ästhetischere Oberfläche dar, sondern verbessert auch das Mikroklima im dreiseitig begrenzten Innenhof.
In der anspruchsvoll kurzen Bauzeit von Ende Mai bis September 2009 führte die Firma Lubak aus Bad Lausick die kompletten Rohbauarbeiten von Erdaushub, Entwässerungen, Fundament- und Hochbauleistungen im Umfang von ca. 1,5 Millionen Euro aus. Dieser Zeitraum war durch den Einsatz von Fertigteilen und Halbfertigteilen in technologisch optimierter Kombination mit monolithischen Bauabschnitten einzuhalten. Mit Hilfe optimierter Bauabläufe und Arbeiten im Schichtsystem sicherten die Rohbauer den Termin und die erforderliche Qualität ihrer Leistungen. Die Zusammenarbeit zwischen Rohbaufirma, dem Auftraggeber und dem Planer war ausgesprochen gut und zielorientiert. Auf beim Ausbau kommen schnelle Montagebauweisen zum Einsatz, so dass das Gebäude, wie geplant, Ende Mai 2010 fertiggestellt sein wird.
Das Bauvorhaben wird unter der baufachlichen Leitung der Oberfinanzdirektion Chemnitz durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) in enger Zusammenarbeit mit der Wehrbereichsverwaltung (WBV) Ost durchgeführt. Die Gesamtbaukosten beziffern sich auf sieben Millionen Euro.
Neben dem Neubau des Stabs- und Lehrsaalgebäudes wurden zwei neue Unterkunftgebäude bis Ende 2009 fertiggestellt und Anfang 2010 übergeben. Eine neue Standortschießanlage soll Mitte 2011 in Betrieb genommen werden. Seit 1991 hat die WBV Ost in den Bundeswehrstandort rund 70 Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen investiert.
Meldung vom 12.04.2010 | Newsübersicht

